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Dokumentationen 2019 bis 2008

Nr. 20: Wie macht man Regionalität schmackhaft?

Vorstellung und Diskussion einer neuen Studie zu "Regionalen Lebensmitteln" aus der Sicht von Erzeugern und Verarbeitern.
Nach vielen Studien, die sich mit Einstellungen und Verhalten von Verbrauchern befasst haben, weiß man noch wenig darüber, wie eigentlich Erzeuger und Verarbeiter regionale Lebensmittel definieren. Hinterfragt wird, inwieweit sich diese Vorstellungen mit den Erwartungen der Verbraucher decken und welche Optimierungspotentiale für Konzepte und Aktivitäten zur Vermarktung von regionalen Lebensmitten noch nicht ausgeschöpft sind.

Die Ergebnisse der Befragung liefern interessante Erkenntnisse und bieten Diskussionsstoff u.a. zu folgenden Aspekten:

  • Ist Regionalität tatsächlich ein Erfolgsfaktor bei der Vermarktung?
  • Was verstehen Erzeuger und Verarbeiter unter Regionalität und wie weit gehen hier die Ansichten auseinander?
  • Wie schätzen Erzeuger und Verarbeiter die Position der Verbraucher zur Regionalität ein und inwieweit decken sich diese mit ihren eigenen?
  • Welche Informationskanäle und Vermarktungsinstrumente nutzen Erzeuger und Verarbeiter – und welche nutzen die Verbraucher?
  • Welchen – z.B. staatlichen - Regelungsbedarf sehen Erzeuger und Verarbeiter von regionalen Produkten?

Organisatorisches

Veranstalter: Geschmackstage Deutschland e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband der Regionalbewegung e.V.

Ansprechpersonen:

Programm

10:00 Uhr Begrüßung

  • Heiner Sindel, Vorstand Geschmackstage Deutschland e.V.

10:10 Uhr Präsentation und Diskussion wesentlicher Ergebnisse der Studie: Wie macht man Regionalität schmackhaft?

11:00 Uhr Podiumsgespräch mit Einbeziehung der Veranstaltungsteilnehmer

Vermarktung regionaler Lebensmittel - Erfolgsfaktoren und Hemmnisse. Erfahrungen aus der Praxis

  • Tino Ryll, Fläminger Genussland GmbH, Nieder Fläming OT Reinsdorf
  • Gerhard Waldmüller, Frankenholunder GmbH, Hilpoltstein
  • Prof. Dr. Holger Buxel, Experte für Lebensmittelmarketing und Professor an der Fachhochschule Münster

Moderation:  Ilonka Sindel, Bundesverband der Regionalbewegung e.V. und Ulrich Frohnmeyer, Koordinationsbüro Geschmackstage Deutschland e.V.

Kernaussagen

Insgesamt zeigte sich sowohl in der präsentierten Studie als auch in der Diskussion, dass Erzeuger und Verarbeiter von regionalen Lebensmitteln in der regionalen Herkunft ihrer Produkte generell einen wichtigen Erfolgsfaktor sehen, der sich in der Vermarktung auch gezielt adressieren lässt. Die Eigenschaften der Lebensmittel, die als regionale Lebensmittel positioniert werden, unterscheiden sich dabei jedoch mit Blick auf die Herkunft der Rohwaren, deren Verarbeitung und den Absatzraum zum Teil sehr.
Die Einschätzung, welche Anforderungen genau aus Verbrauchersicht zu erfüllen sind, um als regionales Lebensmittel klassifiziert zu werden, wird von vielen Erzeugern und Verarbeitern dabei als sehr umfassend wahrgenommen, in einigen Merkmalen - z.B. bei der Frage nach dem Absatzgebiet regionaler Lebensmittel - sogar umfassender, als es die Verbraucher faktisch ihrerseits tun.

Eine staatliche Regulierung, welche Produkte als regionale Lebensmittel bezeichnet werden dürfen, würde offensichtlich von vielen Anbietern erst einmal positiv begrüßt werden. Indes zeigen die Ergebnisse zu den Kriterien, anhand derer man ein regionales Lebensmittel vielleicht klassifizieren könnte, dass nur bedingt Konsens darüber besteht, wie eine solche Regelung inhaltlich aussehen könnte. In der Diskussion wurde jedoch auch angemerkt, dass eine solche staatliche Regelung u.U. den Gestaltungsspielraum von Erzeugern und Vermarktern im Sinne einer "glaubwürdigen Regionalität" auch einschränken könnte.